Nachdem mich meine erste Alpentour in Frankreich vor einem
Jahr so begeistert hatte, beschloss ich für dieses Jahr eine Fortsetzung. Als
Standort wurde Andermatt inmitten der Schweizer Alpen ausgemacht, weil es von
dort die besten Möglichkeiten gibt, Touren direkt zu fahren. Wieder wurde ein
umfangreiches Roadbook geplant. In den sieben Tagen wollten wir 13 Alpenpässe,
651 km und 15600 hm bewältigen. Alles was an schweizer Pässen Rang und Namen
hat, war vertreten. Der mythische St. Gotthard, der unerbittliche Nufenen oder
der endlose Grimselpass. Als mir Patrick Ende letzten Jahres die
Tourenvorschläge mitgeteilt hatte, hatte ich ihn noch für verrückt erklärt. Aber
im Grunde genommen, ist es eben immer nur eine Frage der Vorbereitung. Also
wurde das Training ein bisschen gesteigert, bzw. erstmals überhaupt so etwas wie
halbwegs strukturiertes Training absolviert. So ging es dann am Samstagvormittag
um 8:30 Uhr von Ulm aus mit über 5000 km und über 60.000 hm in den Beinen (seit
Oktober 2006) Richtung Andermatt.
Die Fahrt verlief ohne weitere Komplikationen und so kamen
wir um kurz vor 12:00 Uhr in Brunnen an. Von dort starteten wir ein halbe Stunde
später unsere erste kleine Etappe zum Einrollen. Zunächst fuhren wir auf einem
Radweg parallel zu einer viel befahrenen Straße am Vierwaldstädter See entlang
Richtung Schwyz.
Die Straße entlang des Vierwaldstädter Sees
Danach folgte der Anstieg zum Ibergeregg. Der Anstieg ist
zwar nur knapp 10 km lang. Jedoch gilt es dabei 820 hm zu bewältigen. Zu Beginn
war die Steigung noch erträglich, dann jedoch folgten bereits zwei richtig harte
Kilometer. Die Tatsache, dass die Straße aber nur mäßig befahren war und man
teilweise einen schönen Blick auf den Vierwaldstädter See hatte, machte die
Sache jedoch trotzdem angenehm.
Der Blick vom Anstieg aufs Ibergeregg auf den Vierwaldstädter See
Patrick legte bereits ein ordentliches Tempo vor und mein
Pulsmesser zeigte Werte an, die ich am ersten Tag eigentlich nicht eingeplant
hatte. Nach ca. 4,5km folgte eine kurze flachere Passage und ich konnte mich ein
bisschen erholen. Doch dies sollte die letzte Erholung bleiben. Die Steigung zog
jetzt wieder deutlich an. Aber immerhin hatten wir mittlerweile ein großes
Waldstück erreicht, welches reichlich Schatten spendete. Der Anstieg erinnerte
mich in diesem Bereich an den Kandel im Südschwarzwald. Windungsreich und ohne
Flachstücke zog sich die Straße weiter nach oben. Und schon folgte der Satz, den
Patrick letztes Jahr schon öfters zu hören bekam und auch dieses Jahr nicht zum
letzten Mal über meine Lippen kommen sollte: "Kannst du vorne mal ein bisschen
rausnehmen!" Schließlich ließ der Wald nach und Serpentinen leiteten die
letzten 3 km des Anstieges ein. Wobei gleich der erste Kilometer in den
Serpentinen noch mal zweistellige Prozentwerte aufweisen konnte. Kurz vor der
Passhöhe wurde es aber noch mal etwas flacher und so erreichte ich mit Patrick
nach ca. 1 Stunde die Passhöhe. Hier wurden wir auch gleich mit einer tollen
Aussicht auf die umliegenden Berge belohnt.
Die Aussicht vom Ibergeregg
Nach einer kurzen Pause nahmen wir die Abfahrt Richtung
Unteriberg in Angriff bei der wir einige Weideroste beachten mussten. Kurz nach
der Abfahrt überholte uns ein Schweizer den wir zunächst ziehen ließen.
Anscheinend fuhr er aber in etwa unser Tempo, denn nach einiger Zeit holten wir
ihn wieder ein. Patrick und er sorgten auf dem folgenden Flachstück auf einer
wenig befahrenen Straße für ein ordentliches Tempo und so erreichten wir zügig
den auf einer Hochebene gelegenen schönen Sihlsee. Unser Begleiter trennte sich
kurze Zeit später von uns, aber nicht ohne uns vorher noch den weiteren Verlauf
der Strecke erklärt zu haben.
Für kurze Zeit ging es nun im Flachen weiter, ehe
wir uns in die nächste Abfahrt zurück nach Schwyz stürzten. Diesmal leider von
etlichen Autos begleitet. Die letzten Kilometer ging es dann wieder am
Vierwaldstädter See entlang zurück zu unserem PKW. Nach 85 km und gut 1000
Höhenmetern waren wir nach 3,5 Stunden wieder am Ausgangspunkt angekommen.
Schnell die Sachen zusammengepackt und es ging weiter nach Andermatt. Fast
pünktlich zur Wohnungsübergabe erreichten wir schließlich um 17:30 Uhr unser
Domizil in Andermatt.
Da das Wetter nur noch 2 Tage schön bleiben sollte,
stellten wir bereits am zweiten Tag unseren Tourenplan um, da wir die
Grimsel-Runde auf jeden Fall bei schönem Wetter fahren wollten. Früh morgens um
7:00 Uhr klingelten unsere Wecker und nachdem wir alles gepackt und dem
örtlichen Bäcker noch einen Besuch abgestattet hatten, schwangen wir uns um kurz
vor 9:00 Uhr auf unsere Sättel. Auf uns wartete heute die Königsetappe der Tour
de Suisse, mit dem Unterschied, dass wir vom Grimsel aus noch einen Abstecher
zum Oberaarsee unternehmen wollten. Somit muteten wir uns noch ein paar
Höhenmeter mehr zu als die Profis vor rund zwei Monaten.
Als erster Anstieg stand der Sustenpass auf dem Programm.
Mit einer Länge von 17,5 km und einer durchschnittlichen Steigung von 7,5%
verlangt der Susten dem Radler bereits einiges ab. Die Beschreibung bei
quaeldich.de ließ zudem auch nicht sonderlich viel erwarten, war der Pass dort
doch eher als langweilig beschrieben. Ich fuhr die ersten 5 km von vorne, um zu
verhindern, dass Patrick wieder ein zu hohes Tempo anschlug. Heute konnte ich es
mir auf keinen Fall erlauben, schon am ersten Pass an meine Grenzen zu gehen.
Die Straße zieht sich über etliche Kilometer am Hang entlang nach oben, ohne
richtig steile Stücke aber auch ohne Flachpassagen zum Ausruhen. Was bei
quaeldich allerdings langweilig klang, fand ich wunderschön. Immer wieder tolle
Ausblicke auf das Tal und die zurückgelegte Strecke sowie den weiteren Verlauf
und die zugegebenermaßen nur langsam näher rückende Passhöhe.
Der Anstieg zum Sustenpass
und der Blick zurück ins Tal
Ich kann mir allerdings gut vorstellen, dass man diesen
Pass auch verfluchen kann, wenn man die Runde andersherum fährt und hier schon
zwei Pässe in den Beinen hat. Nachdem Patrick nach einiger Zeit nach vorne
gefahren war und ich ihn kurz danach wieder ein bisschen bremsen musste, setzten
wir unsere Fahrt in angenehmen Tempo fort. Bei herrlichem Sonnenschein konnte
ich immer wieder nette Bilder knipsen. Dabei optimierte ich auch meine Technik.
Den Helm hatte ich wie immer bei Anstiegen vorne am Lenker befestigt. Dort legte
ich mein Fotoapparat hinein. So verlor ich beim Anhalten und Fotografieren kaum
Zeit und konnte Patrick, der bei Anstiegen ungern Pausen einlegt, meistens
wieder einholen. Die letzten drei Kilometer schlängelte sich die Straße dann in
einigen Serpentinen zur Passhöhe nach oben.
Die letzten Serpentinen des Sustenpasses. Wieder mal mit tollen Ausblicken
Hier verspürte ich erstmals ein leichtes Hungergefühl, aber
die nahende Passhöhe ließ mich das schnell vergessen. Kurz vor der Passhöhe
mussten wir noch einen kurzen Tunnel durchqueren, ehe ich nach 1:40 h und kurz
nach Patrick den Gipfel erreichte. Insgesamt ein absolut gelungener Einstand.
Einzig die zahlreichen Motorräder konnten die Stimmung hier ein bisschen trüben.
Aber es war eben auch Sonntag. Gut möglich dass es an anderen Tagen am
Sustenpass gemütlicher zugeht. Die Passhöhe selbst hatte außer einem kleinen See
nicht viel zu bieten. So ging es denn auch nach einer kurzen Pause auf die
Abfahrt nach Innertkirchen. Anfangs wurden man noch mit einigen schönen
Ausblicken abgelenkt. Später wurde die Abfahrt immer wieder durch Tunnels
unterbrochen und man konnte seine volle Aufmerksamkeit der Straße widmen.
Als nächster Pass stand der Grimselpass an. Vor diesem Pass
hatte ich ziemlichen Respekt. Zwar bietet er nicht zuletzt durch die beiden
Stauseen immer wieder kürzere Flachstücke. Bei einer Länge von 26 km und einem
zu überwindenden Höhenunterschied von 1540 m ordnete ich diesen Pass trotzdem
als den schwersten meiner bisherigen "Alpenlaufbahn" ein. Wie am Sustenpass
auch, fuhr ich zu Beginn von vorne und sorgte so für ein angenehmes Tempo. Nach
einiger Zeit ließ ich Patrick wieder nach vorne und prompt hatte ich immer
wieder Mühe sein Hinterrad zu halten. Es war nicht nur das schnellere Tempo, das
er vermutlich fuhr. Ich fand auch nie die richtige übersetzung für das
angeschlagene Tempo. Mal musste ich mit zu hoher Trittfrequenz kurbeln und wenn
ich ein kleineres Ritzel auflegte, kam mir der Gang plötzlich zu dick vor.
Eigentlich nicht verständlich, wenn man bedenkt dass ich mit 3 Kettenblättern
und 9 Ritzel doch einige Varianten zur Verfügung habe. Nach ca. 8 km legten wir
eine kurze Pause bei einem kleinen Supermarkt ein und füllten unsere Vorräte ein
wenig auf. Auf den folgenden Kilometern die nicht ganz so steil waren, konnte
ich Patricks Tempo noch mithalten. Doch als die zweite Tunnelumfahrung das
Steilstück vor dem ersten Stausee einläutete, musste ich ihn ziehen lassen. Ein
kurzes Foto sollte die abenteuerliche Straße dokumentieren und schon war er weg
und ich sah mich nicht mehr in der Lage, das Loch wieder zuzufahren.
Der Beginn der zweiten Tunnelumfahrung am Grimselpass
Ab hier musste ich also alleine kämpfen, und es sollte
wahrlich ein Kampf werden. Immerhin hatte ich hier schon ca. 35 km bergauf in
den Beinen und das spürte ich langsam auch. Kurz nach der Tunnelumfahrung
erblickte ich erstmals die große Staumauer des Räterichbodensees. Aus
irgendeinem Grunde, wirkte sie sehr bedrohlich um nicht zu sagen Angst
einflößend auf mich. "Du kommst hier nicht rauf" schien sie mir unentwegt ins
Ohr zu flüstern und ich konnte es nicht verhindern ihr zuzuhören.
Die Staumauer des Räterichbodensees in der Ferne. Von hier sieht sie ja direkt
niedlich aus!
Das Steilstück sollte eigentlich nur 3 km lang andauern.
Mir kam es allerdings wie eine Ewigkeit vor. Meine psychische Verfassung
besserte sich natürlich durch den Gedanken, es am Stausee noch lange nicht
geschafft zu haben, auch nicht. Trotzdem war ich froh, endlich dort angekommen
zu sein und ich legte eine kurze Fotopause ein und gönnte mir einen Riegel. Das
anschließende Flachstück am See entlang versuchte ich, zur Erholung zu nutzen.
Mir wurde aber schnell klar, dass ich mittlerweile an einem Punkt angelangt war,
an dem ich auf dem Rad keine Erholung mehr finden konnte, und wenn es noch so
flach wurde. Es folgte ein kurzes Steilstück zum Grimselsee. Von dort war das
über dem See gelegene Grimselhospiz und seine kurze aber steile Auffahrt zu
sehen.
Das Grimselhospiz mit seiner steilen Auffahrt.
Ich war froh, dass ich dort nicht hinauf musste. Ein
dämlicher Gedanke, wenn man bedenkt, dass die Auffahrt zur Passhöhe um ein
zigfaches länger und ähnlich steil ist. Wieder versuchte ich mich auf dem kurzen
Flachstück am See entlang vergeblich zu erholen. Was folgte waren die letzten
drei in Serpentinen angelegten steilen Kilometer. Zu allem überfluss wehte hier
auch noch ein kräftiger Wind, der aber auch nicht mehr von der langsam spürbar
dünner werdenden Luft in meine Lungen blies. Ich kämpfte bereits auf dem ersten
Kilometer um einen halbwegs runden Tritt. So war es nicht verwunderlich, dass
mich kurz danach ein Krampf im Oberschenkel zum Absteigen zwang. Ich legte eine
kurze Pause ein, schaltete aufs größte Ritzel und fuhr weiter. Wieder einmal
musste ich an einem Anstieg die 100-Meter Schritte zählen. Und wieder einmal
musste ich feststellen, dass zwei Kilometer unendlich lang werden können, wenn
man keine Reserven mehr hat. Trotzdem gelang es mir, zwar langsam aber ohne
einen weiteren Krampf zu bekommen, nach 2:35 h endlich den Gipfel zu erreichen.
Patrick war natürlich schon länger oben angekommen und hatte sich bereits eine
warme Suppe und ein Radler bestellt. Ich tat es ihm gleich. Nach einer längeren
Pause setzten wir unsere Fahrt Richtung Furkapass fort. Aber halt, vorher sollte
ja noch der Abstecher zum Oberaarsee folgen. Auf der engen Straße ist der
Verkehr nur in eine Richtung für Autos gestattet, abwechselnd alle halbe Stunde.
Ich fragte mich aber schon, warum man die Straße für den öffentlichen Verkehr
überhaupt öffnet. Wer diese wunderbare Welt dort oben sehen will, sollte es sich
verdienen. Aber zurück zum Thema. Der Anstieg ist eigentlich nicht sonderlich
steil und mit ca. 5 km auch nicht wirklich lang, aber er tat ob des bisher
geleisteten trotzdem weh. Und dennoch konnte ich jeden einzelnen Meter genießen.
Eine schmale Straße, teilweise kühn in den Hang geschlagen, quasi null Verkehr
und immer wieder super Aussichten auf den Grimselsee, die letzten Serpentinen
zur Passhöhe und die umliegenden schneebedeckten Berge. Selten hat Radeln im
Hochgebirge soviel Spaß bereitet.
Der Anstieg zum Oberaarsee, mit einem Wort: Traumhaft
Blick während des Anstieges zum Oberaarsee auf die letzten Kilometer zwischen
Grimselsee und Grimselpass.
Schließlich erreichten wir den Scheitelpunkt und es ging
noch mal für einen Kilometer bergab zum Stausee. Die Abfahrt konnte ich
allerdings nicht genießen. Zu steil und zu nah der Gedanke, dass ich hier ja
auf dem Rückweg wieder rauf musste. Der Stausee selbst bot uns dann noch mal
einen tollen Ausblick.
Der Oberaarssee. Malerisch gelegen inmitten einer faszinierenden Bergwelt
Kurze Zeit später ging es zurück zur Grimselpasshöhe. Auch
auf der Rückfahrt musste ich immer wieder anhalten. Hier könnte ich sterben,
dachte ich mir, so schön war es hier oben. Jaja, noch konnte ich ja nicht
wissen, dass ich am Furka wirklich "sterben" sollte. Wer jedenfalls den Grimselpass fährt, sollte auf diesen Abstecher auf keinen Fall verzichten.
Bevor wir uns jedoch in die kurze Abfahrt nach Gletsch
stürzten, schoss ich erst noch ein paar Fotos. Von hier oben konnte man den
weiteren Streckenverlauf sehr gut einsehen. Erst die kehrenreiche Abfahrt nach
Gletsch, dann der zunächst lang gezogene Anstieg zum Furka bis hin zu den steilen
Serpentinen kurz vor dem Hotel Belvedere.
Die Abfahrt vom Grimselpass nach Gletsch und der Anstieg zum Furkapass.
Zunächst ging es über einige Kehren hinab nach Gletsch.
Obwohl ich sonst kein Freund solcher Abfahrten bin, hatte ich hier eine Menge
Spaß. Vielleicht lag es an dem guten Straßenbelag. Wahrscheinlich aber eher
daran, dass ich nach etlichen erklommenen Höhenmetern froh war, endlich mal ohne
Pedalumdrehung voranzukommen. Der Furkapass ist eigentlich kein wirklich
schwieriger Pass. Lediglich 11 km sind zu bewältigen. Die ersten sechs davon mit
ca. 6,5% nur mäßig steil. Dann ein drei kilometerlanges Steilstück bevor es über
die letzten beiden Kilometer noch mal mit moderater Steigung zur Passhöhe
weitergeht. Auf dem Gesamtprofil unserer Tour sah er im Vergleich zu den langen
Anstiegen zum Susten- und Grimselpass lediglich wie ein kleiner Hügel aus. Doch
Profile können täuschen. In ausgeruhtem Zustand mag der Furkapass wirklich kein
außerordentliches Hindernis darstellen. Hat man aber bereits über 3000
Höhenmeter in den Beinen kann er sich zu einem schier unüberwindbaren Hindernis
aufbäumen. Aber der Reihe nach. Bereits nach wenigen Kilometern ließ ich Patrick
ziehen. Ich wollte hier auf keinen Fall überdrehen. Obwohl die ersten Kilometer
nicht wirklich steil sind, empfand ich sie bereits als sehr anstrengend. Anhand
der gefahrenen Geschwindigkeit konnte ich auch deutlich erkennen, dass ich nicht
mehr wirklich fit war. Nach 6 km folgte das Steilstück und die Serpentinen zum
Hotel Belvedere. Hier musste ich endgültig an die Grenzen gehen. Passagen mit
zweistelligen Prozentwerten, teilweise heftiger Gegenwind und nicht zuletzt die
bereits hinter mir liegenden Strapazen zwangen mich, immer langsamer zu werden.
Ich fühlte mich wie Rocky im Ring, der Körper will aufhören aber eine innere
Stimme sagt dir, dass du noch eine Runde überstehen sollst, noch ein Serpentine,
nur noch die nächsten 100 Meter. Und so quälte ich mich in 100 Meter Schritten
den Hang hinauf. Gott war ich froh, also ich endlich das Hotel Belvedere
erreichte. Ich nutzte den schönen Ausblick und machte eine Fotopause. Aber unter
uns. Wäre ich hier inmitten eines Tunnels gestanden, ich hätte trotzdem eine
FotoPAUSE eingelegt.
Im Vordergrund der Anstieg zum Furkapass.Im Hintergrund unsere Abfahrt vom
Grimselpass.
Nach dem Hotel sollte es noch für einen knappen Kilometer
steil hinauf gehen. Allerdings kam mir dieses Stück nicht mehr so steil und auch
nicht mehr so lange vor. Bald wurde die Straße flacher und ich konnte bereits
die Passhöhe erblicken. Nach 1:09 h erreichte ich die letzte Passhöhe für den
heutigen Tag. Ich hatte den Anstieg mit einem Durchschnittspuls von 140
bezwungen. Bei einer HFmax von 185 ist das ja schon fast Grundlagenausdauer.
Natürlich hatte ich in den Pausen nicht abgestoppt. Insofern ist der Wert nicht
exakt. Aber an diesem Anstieg war ich tatsächlich nicht mehr fähig, den Puls
konstant über 150 zu halten. Wenn der Tank leer ist, läuft eben auch der beste
Motor nicht mehr auf Hochtouren. Und ich habe weder den besten Motor noch das
beste Auto!
Patrick musste auf der Passhöhe über 20 min auf mich warten und wäre
fast eingeschlafen. Er hatte schon befürchtet ich hätte einen Abstecher zum
Gletscher gemacht. Gerne hätte ich zugegeben dass es so war. Aber die Wahrheit
war eine andere. Ich hatte ganz einfach so lange für den Anstieg gebraucht.
Es folgte eine schnelle Abfahrt nach Andermatt in der ich
etliche Autos überholte. Nach all den Anstrengungen des heutigen Tages, sah ich
es einfach nicht ein, auf einer Abfahrt auch noch zu bremsen. Dann lieber mit
ein paar schnellen Tritten überholen und es weiter laufen lassen. Um 19:10 Uhr
kamen wir dann endlich wieder ziemlich erschöpft in Andermatt an.
Auch heute strahlte uns die Sonne bereits früh morgens
entgegen. Daher war trotz der gestrigen schweren Etappe klar, dass wir auch
heute 3 Pässe radeln würden. Wie schon am Vortag war um 7:00 Uhr Wecken angesagt
und um 9:00 Uhr ging es auf die Räder. Von Andermatt ging es zunächst 10 km
flach zum Einrollen an den Fuß des Furkapasses. Gestern waren wir hier nach
einer anstrengenden Tour runter gekommen. Zu Beginn ist gleich das schwerste
Stück zu absolvieren. 6 km mit einer Durchschnittssteigung von über 8% zeigen
einem gleich wo der Hammer hängt. Ich fuhr wie so oft am Beginn des Anstieges
vorne und lt. Patrick ein akzeptables Tempo. Trotzdem ging er nach 4 km an mir
vorbei. Ich ließ ihn ziehen und behielt mein eigenes Tempo bei. Im folgenden 3
km langen Flachstück versuchte ich weiter druckvoll zu fahren und bildete mir
ein, den Rückstand auf Patrick wieder zu reduzieren. Doch bevor man den Gipfel
erreicht, darf man sich noch mal auf einem 2 km langen Steilstück austoben.
Obwohl noch früh am Morgen, lief mir hier der Schweiß bereits in Strömen übers
Gesicht. Kurz vor der Passhöhe wurde es dann noch mal flacher und so erreichte
ich die Passhöhe diesmal ohne Probleme. Ohne groß eine Pause einzulegen, machten
wir uns auf zur Abfahrt. Und hier ließ ich es dann richtig laufen.
Wahrscheinlich wollte ich den Ort so schnell wie möglich verlassen, war ich hier
doch am Vortag beim Anstieg fast gestorben.
Patrick wurde bei der Abfahrt fast von einem Schweizer
Autofahrer überfahren. Irgendwie unverständlich, dass einige beim überholen
soviel riskieren. Denn wirklich schneller, sind die Autos bei den meisten
Passabfahrten nicht. Nach einiger Zeit erreichten wir den Fuß des Nufenen. Hier
legten wir eine kleine Pause ein. Ich hatte gehörigen Respekt vor diesem
Anstieg. Mit einer Länge von 13 km und durchschnittlichen Steigung von 8,5% gehört
er wohl zu den härtesten Pässen der Schweiz. Die ersten vier Kilometer waren
noch angenehm, weil zwischendurch zwei kurze Flachstück Zeit zum Durchschnaufen
boten. Doch dann war der Spaß vorbei. Es folgten 9 km bei denen kein einziger
eine Steigung unter 8% aufzuweisen hatte. Ab hier gab es keinen Meter mehr zum
Ausruhen. Ich ließ Patrick sein Tempo fahren und versuchte einen angenehmen
Tritt zu finden. überraschenderweise kam er nur langsam von mir weg. Vielleicht
lag das aber auch daran, dass die Aussicht hier nicht viel hergab und ich so nur
2 kurze Fotopausen einlegte. Mit dem zunehmenden Höhengewinn, änderte sich dies
allerdings. Spätestens nach ca. 2/3 der Strecken, wenn man die zahllosen
übereinander liegenden Serpentinen erreicht, wird die Aussicht mit jeder Kehre
besser. Trotzdem legte ich keine weiteren Pausen ein. Ich war zufrieden mit
meinem Tritt und wollte den Rhythmus nicht unnötig unterbrechen. So spulte ich
Kilometer für Kilometer ab und hatte bald die Passhöhe in Sicht. Der Anstieg war
weitaus weniger qualvoll als angenommen. Es ist eben doch ein Unterschied, ob
man 13 km bergauf fährt oder 26 km wie beim Grimselpass. Ehe man sich versieht,
hat man schon die Hälfte hinter sich. Nach 1:27 h erreicht ich ein paar Minuten
nach Patrick die Passhöhe. Wir gönnten uns erstmal eine Gulaschsuppe und
genossen die fantastische Aussicht. Zwar wimmelte es hier oben auch von
Touristen, aber davon ließ ich mir meine gute Laune nicht verderben. Einer der
härtesten Pässe unserer Alpenwoche war bezwungen und ich fühlte mich noch sehr
gut. Der Gotthard konnte also kommen.
Der tolle Ausblick am Nufenen, zuerst in Richtung Norden, dann in Richtung Süden
Es folgte eine rasante Abfahrt die leider durch den
schlechten Straßenbelag (na ja, eigentlich waren das eher aneinander gereihte
Steinplatten) etwas gebremst wurde. Trotzdem erreichten wir schnell Airolo. Hier
hielten wir kurz an, um uns für den folgenden Anstieg zu rüsten. Ohne den
fehlenden Fahrtwind spürten wir plötzlich die Hitze. Obwohl Airolo auch immerhin
auf 1200 Metern Höhe liegt, kam es mir hier um 10° wärmer vor, als an jedem
anderen bisher in den Schweizer Alpen besuchten Ort. Zu Beginn des Anstieges
fährt man noch auf einem guten Straßenbelag. Später jedoch mischen sich immer
wieder Kopfsteinpflaster-Passagen dazwischen. Aufgrund der inzwischen gebauten
neuen Straße hält sich der Verkehr merklich in Grenzen. Das Kopfsteinpflaster
stellte uns vor weitaus weniger Probleme als zunächst befürchtet. Trotzdem
freuten wir uns über die immer weniger werdenden asphaltierten Abschnitte.
Denn die Schwierigkeiten des Gotthard-Passes sind nicht nur durch das
Kopfsteinpflaster begründet. Auf einer Länge von knapp 13 km sind abgesehen von
dem ersten flacheren Anfangskilometer kaum Passagen zum Ausruhen geboten. Die
Steigung pendelt permanent zwischen 7 und 9 Prozent mit Spitzen im zweistelligen
Bereich. Kurz bevor wir den letzten Abschnitt mit seinen legendären übereinander
gelegten Serpentinen erreichten, hörte ich in der Ferne das Traben der
Postkutschenpferde. Ich holte noch während der Fahrt meine Kamera heraus und
schaffte es gerade noch rechtzeitig sie in einer Kehre zu knipsen. Für die
mitfahrenden Gästen gaben wir wohl ein genauso krioses Bild ab. Jedenfalls
wurden wir eifrig geknipst.
Die Postkutsche am Gotthard
In der Folge lieferten wir uns ein "Rennen" Mofa-Fahrern. Ihre Vehikel waren für solch einen Anstieg wohl noch weniger
geeignet als unsere Räder. Und so überholten sie uns zwar teilweise, mussten
dabei aber während der Fahrt kräftig mit den Beinen anschieben. Da das nicht nur
anstrengend aussah, sondern wohl auch so war, sahen wir einige von ihnen nach
einiger Zeit erschöpft am Straßenrand sitzen. Ca. 5 km vor dem Gipfel erreichten
wir dann die berühmten Spitzkehren. Wir schossen zahlreiche Fotos und genossen
den Anblick der atemberaubenden Straßenführung.
Der Autor am Gotthard. Im Kampf mit dem Kopfsteinpflaster und der Hitze
Die berühmten Kehren des Gotthard.
Schließlich ging es weiter. Ich fuhr hinter Patrick und
bemerkte, wie er langsam das Tempo anzog. Anfangs konnte ich noch mithalten,
aber als er in einer der folgenden Spitzkehren noch mal einen Gang zulegte,
musste ich ihn ziehen lassen. Hier war ohnehin nicht der Ort, um an seine
Grenzen zu gehen. Obwohl ich mir sicher war, dass auch Patrick noch lange nicht
am Anschlag fuhr. So fuhr ich weiter mein Tempo. Kurz vor der Passhöhe wehte mir
dann noch mal ein kräftiger Gegenwind ins Gesicht und bremste meine Fahrt. Doch
auch dieser Abschnitt war schnell überwunden und ich erreichte kurz nach Patrick
die Passhöhe. Diese hatte für meinen Geschmack nicht viel zu bieten. Zuviel
Touristen und eine spärliche Aussicht. Da half auch der kleine See mit der
Postkutsche darauf nicht viel.
Die Postkutsche in mitten des Lago della Piazza auf dem Gipfel des Gotthards.
Folglich machten wir hier nur eine kurze Pause und stürzten
uns in die Abfahrt. Hier war allerdings zu Beginn Vorsicht geboten. Denn die
ersten 3 Kilometer fährt man auf Kopfsteinpflaster. Bergab bereitet das weitaus
weniger Freude als bergauf, war aber trotzdem zu ertragen. Danach folgte jedoch
eine Abfahrt ganz nach meinem Geschmack. Toller Straßenbelag, keine engen Kehren
und steil genug, um es richtig laufen zu lassen. Das machte noch mal richtig
Spaß und war der gelungene Abschluss eines tollen Tages. Um 17:30 Uhr kamen wir
schließlich nach über 100 km und ca. 3100 hm wieder in Andermatt an. Und diesmal
war ich weitaus weniger erschöpft als am Tag zuvor!
4. Tag (Oberalppass oder die Schlechtwetter-Periode)
Die Ereignisse der nächsten drei Tage sind schnell erzählt.
Die Meteorologen hatten sich ausnahmsweise mal nicht getäuscht und Andermatt
begrüßte uns am Dienstagmorgen mit Schmuddelwetter und Nieselregen. Am ersten
Tag war uns das noch egal. Schließlich war nach drei Touren ohnehin ein Ruhetag
eingeplant. So nutzten wir den Tag und testeten das Hallenbad unserer
Ferienwohnanlage. Doch leider hielt das schlechte Wetter auch am folgenden Tag
an. Aber dieses Mal musste ich wenigstens ein paar Kilometer auf dem Rad
verbringen. So fuhr ich von Andermatt den Oberalppass hinauf. Zumindest oben
erblickte ich für ganz kurze Momente zwischen den tief hängenden Wolken die
Sonne. Bei der Auffahrt hatte ich vor lauter Nebel nicht viel gesehen. Was ich
sah, erinnerte mich dann eher an Schottland als an die Schweiz. Viele grüne
Berghänge und dazwischen Nebelschwaden. Bei gutem Wetter sicher ein schöner und
eher leicht zu fahrender Pass. Bei der Abfahrt fing es dann leicht an zu regnen,
aber ich hatte es ja zum Glück nicht weit. So kam ich in Andermatt noch relativ
trocken an.
Am nächsten Tag hielt es dann Patrick nicht mehr aus, und
fuhr die gleiche Strecke wie ich am Tag zuvor. Mittags beschlossen wir dann
unser Glück gleich noch mal zu versuchen. Ziel war eigentlich mit dem Auto über
den Oberalppass zu fahren. Und von dort dann den Lukmanierpass mit dem Rad zu
bezwingen. Als wir mit dem Auto in Sedrun angekommen waren, sah das Wetter vor
allem Richtung Lukmanier allerdings sehr schlecht aus. Also entschlossen wir uns
doch lieber zum Gipfel des Oberalppasses zu fahren und dann wieder zurück zum
Auto. Wir waren kaum unterwegs, als sich Patrick doch dazu entschloss, die Sache
ganz bleiben zu lassen. Tiefe dunkle Wolken hatten sich hinter uns aufgebäumt.
Er fuhr zurück zum Auto während ich mich entschloss über den Oberalppass zurück
nach Andermatt zu radeln. Nur kurz nachdem er mich mit dem Auto wieder überholt
hatte, kam er mir auch schon wieder entgegen. Ihm war eingefallen, dass ich den
Wohnungsschlüssel dabei hatte. Jetzt hatte auch Patrick die Schnauze voll und
entschied sich den Pass ebenfalls in Angriff zu nehmen. Er stellte sein Auto ein
Stück weiter unten ab und leitete die Verfolgung ein. Auf den letzten Kilometern
zur Passhöhe regnete es mal wieder. Zudem wurde der Wind immer stärker. Nur gut,
dass es hier etliche Serpentinen gibt. So hatte man immerhin zeitweise
Rückenwind.
Trotzdem waren die letzten beiden Kilometer eine echte Qual. Durch
den Regen und die inzwischen niedrigen Temperaturen begann ich leicht zu
frieren. Der höllische Gegenwind auf jeder zweiten Serpentine tat sein übriges.
Immerhin erreichte ich kurz vor Patrick die Passhöhe, zum ersten und einzigen
Mal in unserem Urlaub. Schnell ging es wieder bergab zum Auto und danach im
trockenen PKW wieder zurück über den Pass nach Andermatt. Die Strecke kannten
wir mittlerweile auswendig. Aber immerhin hatten wir wieder 2 Stunden
totgeschlagen.
Am letzten Tag unseres Urlaubes sollte uns das Wetter noch
einmal eine Chance geben. Schönes Wetter war zwar immer noch weit entfernt, aber
immerhin regnete es nicht. Wir entschlossen uns daher die Große Scheidegg zu
fahren. Nach dem Wecken um 7:15 Uhr ging es um kurz nach 9:00 Uhr zunächst mit
dem Auto über den Sustenpass. Dort oben konnte man die Auswirkungen des
Temperatursturzes der letzten Tage betrachten. Es lag Schnee! Um kurz vor 10:00
Uhr kamen wir in Innertkirchen an und starteten unsere letzte Tour. Nachdem wir
einen kurzen Hügel einschl. Abfahrt bezwungen hatten, begann die Steigung zur
Grossen Scheidegg. Die Etappe hätte eigentlich nicht allzu schwer werden sollen.
Aber dieser Anstieg ist nicht zu unterschätzen. Schon auf den ersten Kilometern
begrüßen einen immer wieder zweistellige Steigungsprozente. Erst nach sieben
Kilometern beginnt ein längeres Flachstück. Ab hier hätte man dann auch langsam
eine schöne Sicht haben können. Leider verhinderten dies die dichten Wolken ein
ums andere Mal. Patrick hatte ich inzwischen bereits ziehen lassen. Es war der
letzte Anstieg unserer Alpentour und den wollte ich noch mal in vollen Zügen
genießen. Patrick hingegen nutzte den letzten Tag eher noch mal um ein bisschen
aufs Tempo zu drücken. Nachdem die folgenden ca. 2 km eher flach waren, folgte
noch mal ein steiler und kurz danach wieder ein etwas flacherer Abschnitt von je
ca. 1 km Länge. Dann ging der Spaß aber richtig los. Bis zum Gipfel standen noch
gut 5 km mit einer durchschnittlichen Steigung von fast 10% auf dem Programm.
Obwohl es inzwischen ja deutlich kühler war als zu Beginn unserer Alpentour,
schwitzte ich hier noch einmal ordentlich. Trotzdem konnte ich den Anstieg
richtig genießen. Die enge Straße schlängelt sich in vielen Windungen dem
Gipfel entgegen. Außer ein paar Mountain-Bikern die ich überholte, begegnete ich
niemandem. Die Straße ist im letzten Teil für den öffentlichen Verkehr gesperrt.
Acht geben sollte man nur auf den Postbus der hier verkehrt.
Blick zurück auf den Anstieg zur Grossen Scheidegg
Nach 1,5 Stunden erreichte ich schließlich einige Zeit
nach Patrick den Gipfel. Auch hier oben war in den letzten Tagen Schnee
gefallen. Wir gönnten uns noch mal eine Suppe und stürzten uns dann in die
Abfahrt. Auch diese hatte einiges zu bieten. Da hier die Sicht ein bisschen
besser war, konnte man hin und wieder einen tollen Blick auf die Berge der Eiger
und Jungfrau Region werfen. So wie wir es beurteilen konnten, wäre der Anstieg
von dieser Seite vielleicht noch lohnender gewesen.
Zwei Ausblicke während der Abfahrt von der Grossen Scheidegg nach Grindelwald
Unsere Fahrt sollte uns später am südlichen Ufer des
Brienzer Sees wieder nach Innertkirchen entlangführen. Anfangs klappte
das auch ganz gut. Wir fuhren auf schönen Straßen teilweise direkt am See
entlang und ich begann bereits die Streckenführung zu loben. Aber wie sagt man
so schön, man soll den Tag nicht vor dem Abend loben. Nachdem wir in der
Folgezeit immer wieder kleinere giftige Anstiege bewältigen mussten, fanden wir
uns plötzlich auf Naturstrasse wieder. Mit meinem Crossrad hätte ich hier
natürlich kein Problem gehabt. Bei Patricks Rennrad sah das freilich anders aus.
Wir beschlossen daher kein Risiko einzugehen und fuhren wieder ein Stück zurück,
um auf eine andere Straße zu gelangen, die giftigen Anstiege diesmal von der
anderen Seite nehmend. Leider entpuppte sich unsere Alternativroute als Autobahn
und so kehrten wir abermals um. Erneut durften wir ein bisschen
Intervalltraining an den steilen Hügel betreiben, ehe wir nun doch auf der
Naturstrasse weiterfuhren. Wenn Patrick gewusst hätte was ihn danach erwartet,
wäre er wahrscheinlich ohne zu Zögern auf der Autobahn gefahren. Der Weg wurde
immer schlechter und glich gegen Ende eher einem Single-Trail als einem Radweg.
Letztlich musste er sein Rad an einigen Passagen schieben. Immerhin bekamen wir
so noch einen tollen Wasserfall zu sehen.
Der Wasserfall. Das einzige Highlight auf dem "Single-Trail" am Vierwaldstädter See
Und nach einigen Kilometer hatten wir endlich auch wieder
asphaltierten Straßenbelag unter uns. So erreichten wir schließlich doch noch
gegen 16:00 Uhr unbeschadet unseren Ausgangspunkt Wer diese Tour allerdings auch
einmal mit dem Rennrad befahren möchte, sollte sich im Vorfeld besser genauer
erkundigen. Vermutlich wäre es besser gewesen, den See am nördlichen Ufer
entlang zu umrunden. Nach 96 km und 2000 hm war unsere letzte Tour damit
beendet.
Fazit:
Wir hatten auf unserer zweiten Alpentour zwar nicht das
beste Wetter, trotz allem kam ich gut erholt aus dem Urlaub zurück. Die Touren
über den Grimsel und über den Nufenen kann man als absolutes Highlight
betrachten. Andermatt hat sich im Nachhinein also als der richtige Standort
erwiesen. Und da aufgrund des schlechten Wetters ja einige Touren (der
Pragelpass lässt grüssen) ausgefallen waren, ist nicht auszuschließen, dass uns
Andermatt noch einmal zu Gesicht bekommt.